Medikamentöse Tumortherapie

Die medikamentöse Tumortherapie in der Dermatologie umfaßt in Ergänzung zur chirurgischen Therapie die konservative, medikamentöse Behandlung eines Hautkrebsleidens.

Es kommen hierzu verschiedene Zytostatika, Immunmodulatoren, Antikörpern und Hormonen, aber auch innovative Substanzen zum Einsatz, die gezielt gegen bösartige Zellen wirken oder deren Erkennung und Abwehr verbessern. Die eingesetzten Medikamente werden sowohl von außen (topisch), als auch von innen (systemisch) eingesetzt.

Zur medikamentösen Tumortherapie gehören weiterhin unterstützende Maßnahmen, wie z.B. Schmerztherapie und Ernährungsaufbau sowie das Management von auftretenden Komplikationen.

Eine medikamentöse Tumorbehandlung wird u.a. bei folgenden Hautkrebserkrankungen eingesetzt:

  • aktinische Keratosen (Plattenepithelkarzinom in situ)
  • Plattenepithelkarzinome der Haut und Schleimhaut
  • Basalzellkarzinome
  • malignes Melanom
  • Lymphome der Haut (z.B. Mycosis fungoides, T-Zell- oder B-Zell-Lymphom)
  • Kaposi-Sarkom
  • Merkel-Zell-Karzinom
  • malignes Histiozytom

Eine medikamentöse Tumortherapie kommt für Patienten in Frage, bei denen

  • ein hohes Risiko einer Metastasierung besteht (insbesondere beim Melanom)
  • der Tumor gestreut hat (z.B. bei einem metastasierenden Melanom)
  • sich der Tumor auf grosse Hautareale ausgebreitet hat (z.B. beim Haut-Lymphom, aktinischen Keratosen)

Im Bereich der aktinischen Keratosen oder bei inoperablen oberflächlichen Basalzellkarzinomen können verschiedene konservative Therapien, wie Salbentherapie (z.B. Diclofenac, topische Immunstimulatoren oder Chemotherapeutika) oder aber eine Photodynamische Therapie durchgeführt werden. 

In der Therapie des malignen Melanoms oder auch des Lymphoms der Haut können immunologische Therapien eingesetzt werden. Bei diesen sogenannte adjuvanten Therapien werden Interferone, immunologisch aktive monoklonale Antikörper oder sogenannte ?small molecules? zur Stärkung der Melanomabwehr eingesetzt.

Weiterhin kommen bei Patienten mit Hauttumoren, bei denen ein hohes Risiko der Metastasierung besteht oder der Tumor bereits gestreut hat (z.B. malignes Melanom, Lymphome der Haut) verschiedene Chemotherapien zur Anwendung.

Aber auch bei weniger fortgeschrittenen Formen des Hautkrebs kann in bestimmten Fällen eine medikamentöse Tumortherapie eine Operation ersetzen oder sehr nützlich sein.