Mykologie - Diagnostik

Pilzinfektionen der Haut und insbesondere der Nägel (Onychomykose) gehören zu den häufigsten dermatologischen Erkrankungen. Gleichzeitig werden entzündliche Hauterkrankungen wie Psoriasis oder Ekzeme nicht selten fälschlich als Pilzbefall interpretiert.

Eine gesicherte Diagnostik ist daher Voraussetzung für eine zielgerichtete Therapie.

Je nach Fragestellung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz.


Mykologische Diagnostik mittels Kultur (GKV-Leistung)

Die klassische Pilzkultur ist das etablierte Standardverfahren zur Diagnostik von Dermatophyten, Hefen und Schimmelpilzen.

Hierbei wird entnommenes Material (z. B. Nagelspäne oder Hautschuppen) auf speziellen Nährmedien angezüchtet. Das Wachstum wird über mehrere Tage bis Wochen beobachtet.

Vorteile der Kultur

  • Differenzierung des Erregertyps
  • Nachweis lebender, vermehrungsfähiger Pilze
  • Bestandteil der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei entsprechender Indikation

Nachteile der Kultur

  • Lange Befunddauer (meist 2–4 Wochen)
  • Geringere Sensitivität im Vergleich zur PCR
  • Falsch-negative Ergebnisse bei vorausgegangener antimykotischer Therapie
  • Abhängigkeit von Probenqualität und Transportbedingungen
  • Schwierige Differenzierung zwischen Kontamination und tatsächlicher Infektion

Gerade bei chronischen Nagelveränderungen oder Mischbildern kann die Kultur unauffällig bleiben, obwohl klinisch weiterhin ein Verdacht besteht.


Molekularbiologische Myko-PCR (Privat/IGeL)

Die Myko-PCR (Polymerase-Kettenreaktion) ist ein molekularbiologisches Verfahren zum direkten Nachweis pilzspezifischer DNA.

Im Gegensatz zur Kultur muss der Pilz nicht wachsen – das genetische Material wird unmittelbar nachgewiesen.

Vorteile der PCR

  • Deutlich höhere Sensitivität
  • Schnellere Befundübermittlung
  • Nachweis auch bei geringer Erregerlast
  • Verlässlicher Nachweis trotz vorausgegangener Therapie
  • Präzisere Differenzierung einzelner Dermatophyten

Die PCR gilt heute als modernes, hochsensitives Verfahren und ermöglicht eine deutlich präzisere Diagnostik als die klassische Kultur.

Abrechnung

Die Myko-PCR ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Sie wird als:

  • Privatleistung (PKV) oder
  • Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL)

erbracht.

Die Kosten liegen bei ca. 250 €, abhängig vom Umfang der Untersuchung.

Vor Durchführung erfolgt eine transparente ärztliche Aufklärung über Nutzen, Alternativen und Kosten.


Therapieentscheidung nur bei gesicherter Diagnose

Eine systemische Antimykotikatherapie sollte ausschließlich bei gesichertem Erregernachweis erfolgen.

Durch differenzierte Diagnostik vermeiden wir:

  • unnötige Medikamentenbelastung
  • Therapieversagen
  • Verzögerung der Behandlung entzündlicher Grunderkrankungen

Ziel ist eine präzise Diagnosestellung als Grundlage einer wirksamen und verantwortungsvollen Therapie.

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