mikrobiologische Diagnostik

 

Chronische oder therapieresistente Hauterkrankungen können durch infektiöse oder mikrobiologische Faktoren mitbedingt oder verstärkt werden.

Neben der klassischen dermatologischen Diagnostik bieten wir bei entsprechender Indikation eine erweiterte mikrobiologische Abklärung an.

Ziel ist die Identifikation bakterieller, viraler oder mikrobieller Triggerfaktoren, die entzündliche Prozesse beeinflussen können.


Bakterielle Diagnostik

Bei unklaren, rezidivierenden oder therapieresistenten Hautveränderungen kann eine mikrobiologische Abstrichdiagnostik erfolgen.

Indikationen sind unter anderem:

  • Chronische Wunden
  • Rezidivierende Follikulitiden
  • Hidradenitis suppurativa
  • Superinfektionen bei Ekzemen
  • Perianale oder intertriginöse Infektionen

Die Untersuchung dient dem gezielten Erregernachweis und der resistenzgerechten Therapieplanung.

Bei medizinischer Indikation ist die bakteriologische Diagnostik GKV-Leistung.


Virale Diagnostik

In ausgewählten Fällen kann ein gezielter Virennachweis sinnvoll sein, beispielsweise bei:

  • Rezidivierenden Warzen
  • Verdacht auf HPV-assoziierte Läsionen
  • Atypischen viralen Hautveränderungen
  • Immunsupprimierten Patientinnen und Patienten

Der molekularbiologische HPV-Nachweis erfolgt über spezielle Testverfahren.

Der HPV-Typisierungsnachweis ist in der dermatologischen Anwendung in der Regel keine GKV-Leistung und wird als IGeL- bzw. Privatleistung angeboten.

Vor Durchführung erfolgt eine individuelle Aufklärung.


Erweiterte Stuhldiagnostik (Biovis)

Bei chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen gewinnt die Rolle des intestinalen Mikrobioms zunehmend an Bedeutung.

Eine gestörte Darmflora (Dysbiose) kann immunologische Prozesse beeinflussen und entzündliche Dermatosen wie:

  • Psoriasis
  • Atopische Dermatitis
  • Urtikaria
  • Akne inversa

mitbegünstigen oder verstärken.

Die erweiterte mikrobiologische Stuhldiagnostik (z. B. über Biovis) ermöglicht die Analyse:

  • bakterieller Zusammensetzung
  • Dysbiose-Parameter
  • entzündlicher Marker
  • Schleimhaut-assoziierter Immunparameter

Ziel ist die Identifikation möglicher mikrobieller Fehlbesiedlungen oder entzündlicher Trigger. 


Darmregenerative Therapie

Bei nachgewiesener Dysbiose kann eine strukturierte darmregenerative Therapie erfolgen.

Diese kann beinhalten:

  • gezielte probiotische Therapie
  • präbiotische Unterstützung
  • Ernährungsanpassung
  • begleitende Laborkontrollen

Die erweiterte Stuhldiagnostik sowie die darauf aufbauende mikrobiologische Therapie sind keine Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und werden als Privat- bzw. IGeL-Leistungen angeboten.


Medizinischer Ansatz

Die erweiterte mikrobiologische Diagnostik erfolgt nicht routinemäßig, sondern indikationsbezogen bei chronischen, therapieresistenten oder systemisch assoziierten Hauterkrankungen.

Ziel ist eine differenzierte Betrachtung entzündlicher Prozesse unter Berücksichtigung des auslösenden Erregerspektrums

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