Schöne Haut trotz Alter: Wenn Juckreiz zum Beauty-Killer wird
Chronischer Juckreiz im Alter kommt oft durch eine Mischung aus Hautproblemen, inneren Krankheiten und psychischen Belastungen zustande. Eine Studie hat neue Erkenntnisse darüber geliefert, wie häufig das vorkommt, wer besonders gefährdet ist und wie sehr es den Alltag einschränkt. Bei älteren Erwachsenen haben fast 1 von 10 Personen ständig mit Juckreiz zu kämpfen, im Laufe des Lebens sogar fast jeder Fünfte. Gealterte Haut, mehrere Krankheiten gleichzeitig und viele Medikamente erhöhen das Risiko.
Besonders belastend ist, dass Juckreiz oft mit schlechtem Schlaf und psychischen Problemen zusammenhängt, was die Lebensqualität stark mindert. Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder sehr trockene Haut haben den größten Einfluss, aber auch Asthma, eine Fettleber oder Nervenschäden spielen eine Rolle. Ebenso verschlimmern Depressionen, Ängste oder Schlafstörungen den Juckreiz und machen den Umgang damit schwieriger. Deshalb ist es wichtig, nicht nur die Haut zu behandeln, sondern auch psychologische und schlafmedizinische Aspekte zu beachten.
Eine Untersuchung zur Lebensqualität zeigte, dass Menschen mit Neurodermitis oder starker psychischer Belastung besonders eingeschränkt sind. Betroffene leiden sowohl sozial als auch emotional, haben Frust, Einschränkungen im Alltag und körperliche Beschwerden. Juckreiz ist also vielschichtig und sollte in der Behandlung von allen Seiten betrachtet werden. Die Studie zeigt klar: Chronischer Juckreiz ist eine eigenständige Erkrankung, welche die Haut, innere Krankheiten, Nerven und die Psyche betrifft. Wer ihn behandeln will, muss mehr tun, als nur die Symptome zu lindern, es geht auch darum, den Alltag und die Psyche zu unterstützen.
Bollermeijer, F. et al.
Chronic Pruritus in Older Adults: Prevalence, Associations, and Pruritus-specific Quality of Life.
Acta dermato-venereologica
11/2025